Der Märzenbecher ist im Baselbiet eine sehr seltene Pflanzenart. Im Naturschutzgebiet Talweiher kommt er hingegen in grosser Zahl vor. Um die Bestandsentwicklung im Blick zu behalten, erfassen die Rangerinnen und Ranger den Bestand alle fünf Jahre.
Trend nach oben
Die Zahlen zeigen seit Jahren einen erfreulichen Trend: nach oben. Bei der ersten Zählung im Jahr 2005 wurden 17'500 Exemplare notiert. Bis 2016 stieg diese Zahl auf rund 55'000, 2021 waren es bereits 67'000. Bei der aktuellen Erhebung in diesem Jahr wurden nun 74'000 Märzenbecher gezählt. «Mittlerweile brauchen wir zu dritt rund fünf Stunden, um alle Standorte zu erfassen», sagt Yannick Bucher, leitender Ranger beim Naturschutzdienst.
Den Hauptgrund für den Anstieg sieht Yannick Bucher in der Auflichtung des Waldes. Fichten wurden entfernt, sodass mehr Frühlingssonne auf den feuchten Waldboden gelangt. «Zu Beginn der Zählungen zeigten die Zahlen vor allem, ob die Unterschutzstellung des Gebiets ein Erfolg ist. Heute sind sie ein Indikator für die Standortqualität.»
Ein Feuchtigkeitszeiger
Der Märzenbecher ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Seine sechs Blütenblätter bilden eine glockenförmige Blüte. Den Winter überdauert die Pflanze in unterirdischen Zwiebeln, die sich etwa 30 Zentimeter unter der Oberfläche befinden. Sie wächst auf feuchten, nährstoffreichen, mässig sauren Ton- und Lehmböden, wie sie im Naturschutzgebiet Talweiher vorkommen.
Die nächste Zählung ist für 2031 vorgesehen.
