24. Juni 2020: COVID-19 – Mehr Leute, aber auch deutlich mehr Verstösse in den Naturschutzgebieten

 

Die Wege im Naturschutzgebiet sollten nicht verlassen werden  

Während des Covid-Lockdowns strömten bedeutend mehr Menschen in die Naturschutzgebiete. Die Rangerinnen und Ranger stellten eine deutlich höhere Anzahl Übertretungen fest.

 

Während des covid-bedingten Lockdowns stellten die Rangerinnen und Ranger des Naturschutzdienstes deutlich mehr Bewegung in den Naturschutzgebieten fest. Die auf den Rundgängen erhobenen Zahlen bestätigen diesen Eindruck.

Die Mitarbeitenden des Naturschutzdienstes zählten auf ihren Rundgängen drei- bis viermal so viele Leute, wie in derselben Periode des Vorjahres. Besonders eindrücklich die Reinacher Heide, wo sie während der 45 geleisteten Präsenzstunden über 12'000 Besucherinnen und Besucher im Naturschutzgebiet angetroffen haben. Die Anzahl Präsenzstunden war in beiden Jahren ungefähr gleich hoch.

 

Abb. 1: Anzahl Besucherinnen und Besucher, die in den Naturschutzgebieten Frühjahr 2019/2020 angetroffen wurden

Grafiken Covid Verstoesse

 

Noch deutlicher als die Anzahl der Besucherinnen und Besucher nahm die Zahl der Verstösse gegen die Naturschutzregeln zu. Die Rangerinnen und Ranger erfassen jedes Gespräch, das sie auf ihren Rundgängen führen.

Die Grafik zeigt am Beispiel des Vorjahres, dass normalerweise die Mehrheit der Gespräche mit Gebietsbesuchenden nicht aufgrund eines Vergehens geführt werden. Meist handelt es sich um Informationsgespräche oder Diskussionen zum Gebiet. 2020 änderte sich dieses Verhältnis signifikant. Die Anzahl der «Kontakte mit Verstoss» nahm sprunghaft zu. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Menschen aufgrund der eingeschränkten Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten zum ersten Mal ein Natuschutzgebiet besuchten.

 

Abb. 2: Vergleich Anzahl Kontakte mit/ohne Verstoss in der Reinacher Heide Frühjahr 2019/2020

Grafiken Covid Verstoesse

 

Der mit Abstand häufigste Verstoss war das Verlassen des Weges, bzw. das Betreten des Birsufers. Dies ist auf den ganzen 1,5 Kilometern im Naturschutzgebiet verboten. Obwohl der Naturschutzdienst seit Jahren grosse Anstrengungen unternimmt, dieses Verbot zu kommunizieren, lockten die frühsommerlichen Temperaturen viele Menschen ans Wasser. Sie wurden von den Rangerinnen und Rangern gebeten, auf die Badeplätze ausserhalb des Gebietes auszuweichen – beispielsweise am renaturierten Birsufer beim neuen Naturschutzweiher.

Weitere, weniger häufigere Vergehen waren die Missachtung des Hundeverbots, bzw. auf Arlesheimer Seite der Leinenpflicht, das Entfachen von Feuern oder das Anlegen von Schlauchbooten innerhalb des Naturschutzgebietes. Bei allen Vergehen waren die Zahlen höher als 2019.

 

Abb. 3: Die drei häufgsten Vergehen in der Reinacher Heide im Vergleich 2019/2020

Grafiken Covid Verstoesse3

 

Das Regionaljournal beider Basel nahm das Thema in seiner Sendung vom 7. Juli auf und interviewte unseren Ranger Alain Chambovey:

> Link zum Nachhören

Die Basellandschaftliche Zeitung bz hat das Thema am 16. Juli aufgenommen:

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