Steigende Temperaturen und längere Tage erwecken die Natur zu neuem Leben. Nun gibt es wieder einiges zu beobachten in den Naturschutzgebieten!

Die Knospen sind schon seit langem parat. überall entdeckt man sie jetzt: auf Bäumen, Sträuchern und aus dem Boden hervorguckend. Die Blüten warten nur darauf bis die Temperaturen milder werden, um sich zu öffnen und uns mit ihrer Pracht zu erfreuen. Als typische Frühlingsboten gelten bei uns Weidekätzchen, Märzenbecher und Osterglocken. All diese (Wild-)Arten kann man jetzt in den drei Naturschutzgebieten entdecken.
An den Gewässern herrscht nun Hochbetrieb: Die Amphibien kehren zurück aus ihren Winterverstecken, um sich unter lautem Gequake zu paaren und Laich in Teiche, Tümpel und Pfützen abzulegen. Von Ruhe kann nun nicht mehr die Rede sein. Auch die Vögel singen um die Wette.

Vogelkonzert in der Reinacher Heide

Erste Farbtupfer sind die blühenden Weiden und der Schwarzdorn, der seine weissen Blüten entfaltet. Zwischen den abgestorbenen Pflanzenteilen des Trockenrasens gucken die ersten blauen Veilchen hervor. Ein bekannter Frühlingsbote ist die Osterglocke. In der Reinacher Heide gibt es noch einzelne Exemplare der geschützten Wildform. Wer gut hinschaut, kann die hellgelben Blüten südlich des Heidebrückchens vom Weg aus sehen.
Mit den ersten Blüten erwacht auch die Insektenwelt zu neuem Leben. Bienen und Hummeln profitieren vom frischen Nektarangebot und Tagfalter flattern wieder über die Heide. So trifft man schon früh auf Zitronenfalter, Tagpfauenauge und C-Falter und ab April ist dann auch der frisch geschlüpfte Aurorafalter zu beobachten.
Spannend ist diese Jahreszeit insbesondere für Vogelliebhaber: Nebst Zilpzalp, Singdrossel, Distelfink und Mönchsgrasmücke, die nun aus den Winterquartieren im Süden zurückkehren, sind jetzt auch wieder zahlreiche Durchzügler anzutreffen. Besonders erwähnenswert sind Nachtigall, Feldschwirl und Dorngrasmücke, welche hier gelegentlich eine Rast einschalten. Die Brutvögel suchen sich nun einen Partner und verteidigen mit kräftigem Gesang ihre Reviere. Es lohnt sich ganz besonders, an einem Frühlingsmorgen in die Reinacher Heide zu gehen und dem Vogelkonzert zu lauschen. Ab Mai, wenn die Vögel ihre Eier ausbrüten, wird es dann wieder ruhiger. Denn die Gelege sollen vor Räubern geheim gehalten werden.

 

Haselkaetzchen.jpgWilde_Osterglocke.jpgC_Falter.jpgWildbiene.jpgWildbiene_Portrait.jpgBlühender_Schwarzdorn.jpgZilpzalp.jpg

Froschwanderung am Talweiher

Im Frühjahr bietet das Naturschutzgebiet Talweiher eine besondere Attraktion: Zu Hunderten wandern die Amphibien aus den Winterquartieren im Wald zurück an die Teiche. Zum Schutz der Frösche wurden auf der Strassenseite Abschrankungen und eine Unterführung angelegt. So soll das alljährliche Massensterben auf der Verbindungsstrasse zwischen Rothenfluh und Anwil verhindert oder zumindest stark reduziert werden.
Seit ein paar Wochen bereits ist der Grasfrosch bei den Gewässern anzutreffen. Einige der braun gefärbten Tiere haben am Teichuntergrund überwintert, andere wandern vom Wald zu den Gewässern, wo die Weibchen im März die grossen Laichballen ins Wasser legen. Anfang April schlüpfen daraus die Kaulquappen. Innerhalb von wenigen Wochen werden aus den ´Rossköpfenª richtige Frösche. Eine einmalige Gelegenheit die vollständige Metamorphose eines Lebewesens zu beobachten!
Nach der Laichablage verlassen die Grasfrösche das Wasser und auch die Jungtiere halten sich nun im Uferbereich auf. Im Gegensatz dazu verbringt der Wasserfrosch den ganzen Sommer im Wasser. Die grüngefärbten Frösche halten sich gerne auf den Seerosenblättern auf, wo sie von Auge kaum zu entdecken sind, jedoch durch ihr lautes Gequake auffallen.
Gut von den Laichballen der oben erwähnten Froscharten zu unterscheiden sind die schnurartigen Gelege der Erdkröte. Erdkröten sind sehr ortstreu und wandern immer wieder an die Stelle zurück, wo sie aus dem Ei geschlüpft sind.
Speziell lohnt sich der Besuch der Talweiher im Frühling auch wegen der zahlreichen Märzenbecher, die nun im Unterwuchs des noch laublosen Waldes blühen. Im Gegensatz zu der Gartenform handelt es sich hier um natürlich vorkommende Wildpflanzen. An den Talweihern kommt der Märzenbecher in grosser Zahl vor – regional ist er aber sehr selten und darum geschützt.

Maerzenbecher.jpgEs_grünt_im_Buchenwald.jpgVeilchen.jpgMärzenbecher_im_Frühlingswald.jpgBärlauch.jpgErdkröten_auf_Wanderschaft.jpgFrosch.jpgFroschlaich_im_Weiher.jpg

Zartes Grün auf Wildenstein

Die Eichen entfalten ihr Laub zwar erst im Mai, doch auf den Magerwiesen unter den Bäumen zeigt sich bereits der Frühling. Gerade jetzt ist dort eine grosse Vielfalt an Pflanzen anzutreffen, da sowohl Fettwiesen- und Magerrasenpflanzen als auch Waldarten auf dem Rasen blühen. Erst später im Jahr setzen sich dann die Magerrasenarten durch und dominieren optisch über die anderen Arten. Von März bis Juni besonders schön: die Frühlings-Schlüsselblume, das Männliche Knabenkraut und das Kleine Knabenkraut. Wie Erfassungen des Naturschutzdienstes ergaben, ist das Kleine Knabenkraut zwar noch in grösserer Zahl vorhanden, jedoch beschränkt auf lediglich zwei Standorte. Deshalb ist es umso wichtiger, diese empfindlichen Populationen zu schützen. Nicht nur wegen dieser Pflanzen dürfen die Wege nun nicht mehr verlassen werden: Der Magerrasen unter den Eichen ist auch Nistplatz für Bodenbrüter wie Baumpieper oder Zilpzalp und sollte deshalb ab März nicht mehr betreten werden.

Eiche_am_Frühlingsmorgen.jpgKnabenkraut.jpgFrühlingswald.jpgEiche_im_Frühling.jpgSchlüsselblume.jpgEichenallee.jpgIgel.jpg

Entdeckungs-Spaziergänge

Der Naturschutzdienst bietet in allen drei Gebieten gratis Spaziergänge unter naturkundiger Führung an.
Die nächsten Daten:
Reinacher Heide: 24. Juni
Talweiher: 22. Juli
Wildenstein: 26. August

Rückblick Erlebnistag

2018 NSD Wildensteintag FlyerA6 V1 web

> Bildergalerie

Führungen

Unser massgeschneidertes Führungsangebot für sämtliche Gruppen und Themen.

> Information/Buchung

Die Natur erwacht

Steigende Temperaturen und längere Tage erwecken die Natur zu neuem Leben. Nun gibt es wieder einiges zu beobachten in den Naturschutzgebieten!

Weiterlesen...

Kontakt

info@naturschutzdienst-bl.ch


Für spezifische Fragen: Unsere Kontaktstellen